Nikita Mazepin hat beide STT-Rennen in Spa-Francorchamps für sich entschieden.
Beim fünften Rennwochenende der Spezial Tourenwagen Trophy in Spa-Francorchamps war Nikita Mazepin vom Team Motopark im Mercedes AMG GT3 nicht zu schlagen. Der ehemalige Formel-1-Pilot gewann beide Rennen souverän vor Thomas Ambiel und Rolf Ludwig Becker/Klaus Niesen.
Für Mazepin war es das GT3-Debüt mit dem Rennstall aus Oschersleben. Zuvor testete der Russe mit dem Team bereits auf dem Lausitzring und in Spa-Francorchamps. Auch wenn es noch nicht bestätigt ist, gilt es als sicher, dass Nikita Mazepin mit dem Team zukünftig im International GT Open antreten wird. Mazepin hat bereits einen personalisierten Fahreranzug des Teams mit dem aufgedruckten Logo der Rennserie der GT Sport-Organisation.
Im ersten Rennen erarbeitete sich Mazepin schnell einen Vorsprung auf das restliche Teilnehmerfeld. Dadurch konnte der Mercedes-Pilot im zweiten Rennabschnitt das Tempo herausnehmen. Trotzdem zeigte die Uhr am Ende 16,660 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei an. Dagegen blieb Thomas Ambiel im zweiten Durchgang länger am GT3-Boliden dran. Ganz los wurde Mazepin den Zweitplatzierten nicht, konnte aber nach Ablauf der 40-minütigen Distanz mit 7,140 Sekunden Vorsprung den Sieg letztendlich sicher nach Hause bringen.
Thomas Ambiel zeigte sich mit seiner Premiere in der Spezial Tourenwagen Trophy zufrieden. Am Samstag war der LMP3-Pilot in der Startphase noch hinter Henry Walkenhorst zurückgefallen, konnte sich aber rasch wieder an die zweite Stelle setzen. An Mazepin war dagegen kein Herankommen möglich, auch wenn Ambiel gegen Ende noch einmal deutlich aufholte. Zwar war Mazepin auch am Sonntag der klar dominierende Mann an der Spitze, doch diesmal ließ sich Ambiel nicht abschütteln. Am Ende wurde es ein souveräner zweiter Gesamtrang.
„Das Rennen ist gut gelaufen. Auch mit dem Verkehr der unterschiedlichen Fahrzeuge hat es gut funktioniert. Nach vorne war nicht mehr möglich und nach hinten bestand eigentlich auch keine Gefahr“, berichtete Ambiel.
Nach der gelungenen Premiere auf dem Nürburgring landeten Klaus Niesen und Rolf Ludwig Becker auch in Spa auf dem Gesamtpodium. Im Samstagsrennen lag Niesen zunächst hinter Walkenhorst auf Rang vier, ehe der BMW mit Kupplungsschaden ausfiel. Danach hatte Niesen freie Fahrt und überquerte als Gesamtdritter die Ziellinie. „Am Nürburgring hatten wir schon Lunte gerochen, was mit dem Auto möglich ist. Deshalb haben wir uns im Vorfeld auf Spa besonders gefreut. Ich hatte ein super Rennen. Alles ist nach Plan abgelaufen. Ich bin top zufrieden“, befand Niesen
Am Sonntag übernahm Teamkollege Rolf Ludwig Becker das Volant. Der setzte sich sofort an die dritte Gesamtposition und brachte diese souverän ins Ziel. „Wir sind auf P3 gestartet und konnten die Position auch relativ entspannt halten. Nach vorne war nicht mehr möglich, nach hinten hatten wir ein gutes Polster“, so Becker.
Hochspannung war wieder einmal in der stark besetzten Division II angesagt. Das bekannte Spielchen aus den letzten Rennen wiederholte sich auch in Spa. Peter Terting dampfte im Porsche Cayman GT4 RS von Up2race vorneweg. Die Aufgabe für Terting war indes klar: möglichst viel Boden auf die Konkurrenz gutmachen. Dass die Taktik nicht ganz aufging, lag an Teamkollege Joachim Bölting. Der konnte zwar das Tempo von Terting nicht ganz mitgehen, war aber dennoch schnell genug, um Thomas Frank in beiden Rennen noch abzufangen. Somit feierte Bölting wie schon bei seinem Auftritt in Hockenheim einen Doppelerfolg.
„Ich habe versucht, zunächst an Peter Terting näher dranzubleiben. Dabei bin ich in der zweiten Runde einmal durchs Kiesbett. Dabei habe ich auch den Anschluss verloren. Aber es hat ja zum Schluss ganz gut hingehauen“, meinte der Doppelsieger zum ersten Durchgang.
Während es für die Meisterschaftsführenden im ersten Durchgang noch zum zweiten Platz mit genügend Vorsprung auf Michael Luther reichte, war es am Sonntag eine echte Zitterpartie. Diesmal kam Luther in großen Schritten immer näher an Frank heran. Im letzten Umlauf war der M4 in Schlagdistanz, doch Frank rettete sich mit 0,509 Sekunden Vorsprung gerade noch über die Ziellinie. „Wie im ersten Rennen konnten wir wieder den zweiten Platz ins Ziel bringen und wertvolle Punkte für die Meisterschaft sammeln. Am Ende war es noch ein schöner Kampf mit dem M4 mit Michael Luther. Der ist mir ganz schön im Nacken geklebt“, berichtete Frank über die enge Schlussphase von Rennen zwei.
Ähnlich spannend war dahinter der Kampf um Rang vier, allerdings mit einem anderen Ausgang. Musste sich Alex Lambertz im ersten Heat noch mit Platz fünf zufriedengeben, startete der Lotus-Pilot am Sonntag die Aufholjagd. In der letzten Runde quetschte sich Lambertz noch an Schürmann/Crossley-Wright vorbei und holte sich mit nur 0,248 Sekunden Vorsprung Platz vier.
Der zweite Platz in der Divisionswertung war für Frank/Terting auch bitter notwendig. Denn Roland Hertner gab sich auch in den belgischen Ardennen keine Blöße. Der Routinier siegte zweimal souverän und landete mit den Plätzen neun und sieben zweimal unter den Top Ten.
„Ich habe mein Ziel erreicht, genau das, was ich wollte. Ich bin weiterhin in der Meisterschaft gut im Rennen. Jetzt wird es richtig spannend“, so Roland Hertner. Dahinter fuhr im ersten Rennen Marko Akmadza (Hyundai i30N) als Zweiter aufs Treppchen, nachdem Yannik Bohmann seinen Hyundai i30N TCR (Liqui Moly Team Engstler) nach fünf Runden schon abstellen musste. Besser lief es für Bohmann im zweiten Durchgang, wo er neben dem zweiten Platz in der Divisionswertung auch als starker Gesamtzehnter das schwarz-weiß karierte Tuch sah.
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