Der Ansatz war 2010 ein echtes Novum: ein Autorennen nicht nur CO2-neutral zu bestreiten, sondern das Ganze auch mit dem Engagement für eine gute Sache zu verbinden: Titus Dittmanns Charity-Race-Projekt für seine Hilfsorganisation skate-aid war geboren.

Der grüne Bolide, der über die Jahre bei seinen Fans einen absoluten Kultstatus aufbaute und liebevoll nur „Alte Lady“ genannt wurde, war eigentlich eine lediglich für den normalen Straßenverkehr produzierte und nach einem Unfall schrottreife Dodge Viper GTS R Baujahr 1996. Deutschlands Skateboard-Pionier Titus Dittmann, seines Zeichens ein echter „Gearhead“, baute sie von 2005 an zum großen Teil in Eigenleistung zu einem Rennwagen auf, um am härtesten Rennen der Welt, dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring, teilzunehmen.

Bernd Albrecht Titus Dittmann skate-aid Dodge Viper 24h Nürburgring
Foto: Daniel Matschull

Clou Nr. 1: Der Wagen sollte CO2-neutral, also klimafreundlich fahren. Dazu wurde der gut 500 PS starke Motor mit über 8 Litern Hubraum auf einen LPG-Autogasantrieb umgerüstet und die Klimaneutralität über Biogas und entsprechende CO2-Zertifikate des TÜV Nord sichergestellt.

Clou Nr. 2: Bei der Rennteilnahme ging es nicht um Plätze auf dem Podest und Pokale, sondern um die Öffentlichkeitsarbeit für skate-aid, wo mit der pädagogischen Kraft des Skateboardens in weltweiten Projekten bedürftige Kinder stark gemacht werden.

Der komplett aus ehrenamtlichen Fahrern, Mechanikern und Helfern bestehende, gut 30-köpfige Rennstall rund um die – korrespondierend zum skate-aid Logo – in markantem grün lackierte Viper wurde bei seinem ersten Einsatz von den überwiegend mit großen Budgets ausgestatteten Werks- und Profiteams eher als exotische Kuriosität im Rennzirkus des Nürburgrings belächelt. Fans und Medien kürten Auto und Team prompt zum Sieger der Herzen. Grund genug, auch 2011 und in den Folgejahren bis 2019 in jedem Jahr wieder an den Start zu gehen.

Alljährlich hieß das: Tausende Arbeitsstunden der ehrenamtlichen Helfer waren erforderlich, um das Fahrzeug immer auf‘s Neue flott zu machen. Das Engagement zahlte sich aber aus. Noch mehr als die Klimaneutralität der „Grüngas Viper“ wurde der Charity-Gedanke zum Erfolg. Die intensive Berichterstattung der Medien in der weltweiten Live-Übertragung oder die Sympathien hunderttausender Fans am Ring: skate-aid wurde dadurch immer populärer und konnte auch von jährlich wachsenden Spendeneinnahmen am Ring profitieren.

Und auch wenn es für das skate-aid Team eher nebensächlich war, waren die Rennverläufe Jahr für Jahr spektakulär. Vom Podestplatz in der Klasse der Alternativen Treibstoffe über sensationelle Starts, Rennen mit schweren, unverschuldeten Unfällen, bis zur Disqualifikation wegen zu laut – immer sorgte der grüne Bolide in der Grünen Hölle für Aufsehen. Nicht zuletzt, als die „Alte Lady“ ihrem Nachfolger „Das Grüne Biest“ (das Alter machte den Einsatz einer Dodge Viper neuerer Bauart erforderlich) 2017 spektakulär, an einem Krahn schwebend, beim, Rundendrehen zusah.

„Wir rollen für skate-aid“ wurde Kult-Projekt und die grüne Viper erhielt Kultstatus dank der Truppe, die stets leidenschaftlich für die gute Sache Gas gab und immer für eine Überraschung gut war. Ein Kult-Auto, das auch als Modellauto weiter lebt und bei Race-Games seine virtuellen Runden dreht.

„Auch wenn ich von meiner Idee von Anfang an überzeugt war, hätte ich nie gedacht, dass die ganze Sache so erfolgreich wird und skate-aid so nach vorne bringt“, lacht Titus Dittmann in der Rückschau.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Projekts „Wir rollen für skate-aid“ hat Titus Dittmann die Story der grünen Viper und alle Higlights aus einer Dekade Renneinsatz für die gute Sache in eine einmalige Doku mit vielen spannenden Momenten gepackt.

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